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Denkerin

Bereits als Jugendliche beschäftigte mich das Dasein als Frau in dieser Gesellschaft einer mitteleuropäischen Kultur. Ich analysierte im Zuge meines Studiums Politikwissenschaften Struktur und Historie mit Schwerpunkt Frauenforschung. Im Zuge einer Perspektivenänderung aus dem Blickwinkel einer Wissenschafterin begriff ich Geschichte als etwas Relatives und Geschichtsschreibung als Mittel von Macht.

Figur im Eingangsbereich der Hermesvilla zeigt eine Frau mit Kind
Zeigt eine Klasse einer Ausbildungsstätte für Frauen in den 20iger Jahren in Österreich

In diesem Sinne wurde und wird die westliche Geschichtsschreibung von AutorEN dominiert bzw. von einem patriarchalen Verständnis geprägt. Dieses kennt nur eine männerdominierte Perspektive von Kultur und dem Umgang mit Dasein und so auch von Leben und Tod. Durch diese einseitigen Aufzeichnungen und Forschungen und der Vernichtung unerwünschten Wissens, ist es heute sehr schwer, Verlorengegangenes zu rekonstruieren.

Dazu gehört auch das Wissen von Frauengemeinschaften, die sich mit allen Bereichen des Lebens auseinandergesetzt und ihr eigenes Verständnis und Wissen kultiviert haben. Diese Zeit ist lange vorbei und hat ein tiefes Loch in die Menschheitsgeschichte und -kultur gerissen.

Frau schnürt einer anderen Frau die Schuhe und raucht eine Zigarette auf einer Demonstration.
Eine Frauengruppe sitzt in der Runde und lacht herzlich.
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Die Einseitigkeit von Wissen wurde zur Wissenschaft. Die Einfalt von Heilung wurde zur Medizin. Und der Verlust von Spiritualität wurde zur Religion. Die Folgen können wir heute in Kriegen, Umweltkatastrophen und politischem Extremismus erkennen, die uns tagtäglich ein verheerendes Beispiel sind, wie es nicht sein soll.

Die globale Gesellschaft befindet sich aber auch in einem fundamentalen Umbruch, der alle Lebensbereiche betrifft. Hier sehe ich eine Chance, sich an verloren gegangenes Wissen zu erinnern und dieses erneut für die heutige Zeit zu entdecken. Mir ist das Menschsein als Ganzes wichtig, wobei mich insbesondere die Fähigkeiten von Wahrnehmung, Ausdruck und Kommunikation interessieren. Dieses Interesse ließ mich meinen Beruf als Lehrerin/Vermittlerin, Beraterin und Künstlerin wählen.